Kategorie VdK-Zeitung

Mehrheit gegen Kürzungen in der Pflege

Eine große Mehrheit der Bevölkerung lehnt Kürzungen von Pflegeleistungen ab. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des VdK, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt hat.

77 Prozent halten die Aussage „Der Zugang zu einem Pflegegrad soll erschwert werden“ für nicht akzeptabel. © Grafik: VdK Deutschland

Verschärfung bei Pflegegrad abgelehnt

Vor dem Hintergrund der von der Bundesregierung angekündigten Sparmaßnahmen auch im Pflegebereich sieht der VdK die pflegerische Versorgung in Gefahr. Der Verband hält Reformen, die in vielen Leistungsbereichen der gesetzlichen Pflegeversicherung zu enormen Kürzungen führen würden, grundsätzlich für falsch. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass auch große Teile der Bevölkerung solche Kürzungen ablehnen.

Mehr als drei Viertel der Teilnehmenden (77 Prozent) sind gegen einen erschwerten Zugang zu einem Pflegegrad, wie er aktuell in Fachkreisen wie dem Bundesministerium für Gesundheit und der zuständigen Bund-Länder-Arbeitsgruppe diskutiert wird. Lediglich 15 Prozent aller Befragten halten dies für akzeptabel. Die Voraussetzungen für die Einstufung in einen höheren Pflegegrad zu verschärfen, lehnt ein Großteil der Befragten ab, nämlich 72 Prozent.

VdK fordert Ausbau von Prävention und Rehabilitation

Der VdK wertet solche Maßnahmen als sozial ungerecht. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagt: „Wird der Zugang zu einem Pflegegrad verzögert, verlagert das die Belastung auf die pflegenden Angehörigen und kann zu Krisensituationen und später zu teureren Versorgungsformen führen. Anstatt den Zugang zu Leistungen zu erschweren, braucht es den Ausbau von Prävention und Rehabilitation.“

71 Prozent der Befragten halten es für nicht akzeptabel, dass Leistungen wie Zuschüsse für den Hausnotruf oder Pflegehilfsmittel im Pflegegrad 1 gekürzt werden. Auch die Zusammenfassung vieler Pflegeleistungen, die dann nur noch bis zu einem bestimmten Oberbetrag bezahlt würden, lehnt mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Teilnehmenden ab. 

Im Rahmen dieser Umfrage wurden insgesamt 2352 Personen vom Meinungsforschungsinstitut YouGov im Zeitraum vom 10. bis 13. April 2026 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.