
Stärkere Zusammenarbeit für Menschen mit MS
Der Sozialverband VdK Nord und die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Schleswig-Holstein (DMSG SH) rücken enger zusammen.

Multiple Sklerose: Einschränkungen oft verkannt
Bei einem Treffen vereinbarten die Geschäftsführer Ronald Manzke (VdK Nord) und Andreas Heitmann (DMSG SH) eine intensivere Kooperation. Ziel ist es, Menschen mit Multipler Sklerose noch gezielter zu unterstützen – fachlich, sozialrechtlich und politisch.
Beide Organisationen bearbeiten ähnliche Themenfelder und vertreten die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Sozialversicherungsträgern, Leistungserbringern und in Verbänden für Menschen mit Behinderung. Die DMSG SH zählt rund 1.900 Mitglieder in Schleswig-Holstein. Sie berät Betroffene unter anderem im Umgang mit der Diagnose MS und begleitet Widerspruchsverfahren. Wenn es jedoch zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt, endet die Unterstützung der DMSG – hier könnte der VdK Nord mit seiner sozialrechtlichen Expertise übernehmen.
Gerade bei Fragen zur Anerkennung einer Schwerbehinderung, zur Erwerbsminderungsrente oder zu Pflegeleistungen ist fundierte rechtliche Unterstützung entscheidend. „Viele Betroffene erleben wie bei ME/CFS, dass ihre Symptome und die daraus resultierenden Einschränkungen nicht ausreichend ernst genommen oder sogar verharmlost werden“, betont Ronald Manzke. Der Zugang zu Leistungen wie Reha, Hilfsmitteln, Pflegegeld oder einem Schwerbehindertenausweis sei deswegen oft mit langen Wartezeiten und hohen Hürden verbunden.
Multiple Sklerose
MS ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), die meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Verlauf, Symptome und Therapieerfolg unterscheiden sich stark, weshalb sie als „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“ gilt und nur begrenzt allgemeine Aussagen möglich sind. Wichtig: MS ist nicht ansteckend, nicht zwangsläufig tödlich, kein Muskelschwund und keine psychische Erkrankung; sie führt zudem nicht automatisch zu einem Leben im Rollstuhl.
Mitglieder weitervermitteln, bei Veranstaltungen unterstützen
Künftig wollen sich VdK Nord und DMSG SH noch enger abstimmen, Mitglieder bei Bedarf gezielt weitervermitteln und sich gegenseitig mit Fachvorträgen und Expertise bei Veranstaltungen unterstützen. Auch organisatorisch wächst die Zusammenarbeit: Die DMSG SH möchte den Besprechungsraum der Landesgeschäftsstelle des VdK Nord nutzen.
Ein erstes Zeichen der Kooperation wird das MS-Forum zum Welt-MS-Tag am 30. Mai im Wissenschaftszentrum Kiel sein. Unter dem Motto „Diagnose MS: Jetzt erst recht!“ beantworten Experten aus Medizin sowie Sozial- und Arbeitsrecht Fragen der Besucher. Auch ein Jurist des VdK Nord wird vor Ort sein. Neben Fachvorträgen bietet das Forum Gelegenheit zum Austausch sowie zum Besuch von Ausstellenden, darunter Sanitätshäuser und Pharmaunternehmen.
Beide Seiten blicken mit großer Zuversicht auf die Zusammenarbeit. Das gemeinsame Ziel ist klar: Menschen mit MS sollen nicht allein durch ein komplexes Sozialleistungssystem navigieren müssen, sondern starke Partner an ihrer Seite wissen.
Externer Link:Mehr über die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft in Schleswig-Holstein erfahren
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