Kategorie Barrierefreiheit

VdK Nord wirbt für „Stille Stunde“

Der VdK Nord setzt sich für die Ausweitung der „Stillen Stunde“ in Schleswig-Holstein ein. Bei der Schwerbehindertenvertreterversammlung des LBV.SH machte er deutlich, warum weniger Reize mehr Teilhabe ermöglichen.

Anja Andresen-Christ (SBV LBV.SH), René Jelowik (VdK Nord) und Lisa Krieger (Bäder Pinneberg) © LBV.SH

Was die Stille Stunde ist

Auf Einladung der Schwerbehindertenvertretung im Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) war der VdK Nord bei der Schwerbehindertenvertreterversammlung in den Holstenhallen Neumünster zu Gast. Gemeinsam mit Lisa Krieger von Bäder Pinneberg stellte René Jelowik vom VdK Nord das Konzept der „Stillen Stunde“ vor und zeigte, wie diese bereits erfolgreich in der Praxis umgesetzt wird.

Während der Stillen Stunde werden Licht, Musik und Lautsprecherdurchsagen reduziert, um eine reizärmere Einkaufsumgebung zu schaffen. Davon profitieren insbesondere Menschen mit Autismus oder anderen nicht sichtbaren Beeinträchtigungen, für die der Alltag häufig von einer ständigen Reizüberflutung geprägt ist.

Warum die Stille Stunde wichtig ist

Jelowik machte deutlich, dass Barrierefreiheit nicht bei Rampen und Aufzügen endet. Auch sensorische Barrieren wie Stimmengewirr, Musik, Durchsagen oder grelles Licht können den Alltag erheblich erschweren und zu dauerhafter Überlastung führen. Mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen lasse sich hier viel bewirken.

Der VdK Nord wünscht sich deshalb, dass sich noch mehr inhabergeführte Unternehmen in Schleswig-Holstein der Initiative „Stille Stunde“ anschließen. Gleichzeitig braucht es mehr Sensibilität für sensorische Barrieren – nicht nur im Einzelhandel, sondern auch in Schulen, Behörden und der Arbeitswelt. Denn echte Teilhabe beginnt dort, wo möglichst viele Menschen ohne unnötige Hürden am Alltag teilhaben können.