Weniger ist mehr: VdK Nord wagt große Strukturreform
Die Landesverbandskonferenz des VdK Nord in Rendsburg hat mit großer Mehrheit eine Reform der Verbandsstruktur beschlossen. Ab 2026 sollen die Ebenen innerhalb des Sozialverbandes deutlich gestrafft werden.

Vorsitzende Regina Bunge konnte in ihrer Bilanz auf eine Reihe positiver Entwicklungen im Jahr 2024 zurückblicken: Der Landesverbandstag war mit der stellvertretenden Ministerpräsidentin Aminata Touré und den Fraktionsspitzen der Parteien prominent besetzt und verlief erfolgreich, die neue Landesverbandsgeschäftsstelle wurde eröffnet, und mit dem Start des ersten TikTok-Kanals innerhalb der bundesweiten VdK-Familie hat der Verband für weiteres Aufsehen gesorgt. Auch das sozialpolitische Engagement, etwa im Bündnis Inflationsausgleich, im Altenparlament und im Landesfrauenrat – hob sie hervor.
Doch trotz dieser erfreulichen Bilanz bleibe ein zentrales Problem bestehen: „Bei steigenden Mitgliederzahlen gibt es immer weniger Mitglieder, die ehrenamtlich ein Amt übernehmen wollen“, erklärte Bunge. Dieser Trend betrifft nahezu alle Vereine und Verbände und hat sich seit der Corona-Pandemie weiter verschärft. Statt sich auf inhaltliche Arbeit und Aktionen vor Ort konzentrieren zu können, gehe in den Verbandsebenen zu viel Zeit für die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern verloren.
So sieht die neue Struktur im VdK Nord aus
Diese Situation war Anlass für den Landesverbandsvorstand, Anfang 2025 über eine neue, zukunftsfähige Struktur nachzudenken. Die erarbeitete Vorlage kam nun auf der Landesverbandskonferenz in Rendsburg zur Abstimmung auf den Tisch. Nach intensiven und konstruktiven Diskussionen über Vor- und Nachteile der geplanten Änderungen wurde die Reform schließlich mit großer Mehrheit beschlossen.
Kern des neuen Modells ist eine deutliche Straffung der Verbandsstufen: Künftig wird es nur noch zwei statt bisher drei Bezirksverbände geben. Aus den 17 bisherigen Ortsverbänden werden fünf Kreisverbände gebildet. Damit entfallen die Ortsverbände als eigenständige Ebene. Gleichzeitig werden alle Verbandsstrukturen an die bestehenden politischen Kreisgrenzen angepasst.
Im Einzelnen sieht die neue Gliederung wie folgt aus:
- Bezirksverband Nord umfasst
- den Kreisverband Nord (Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Stadt Flensburg) sowie
- den Kreisverband Mitte (Kreis Rendsburg-Eckernförde sowie die Städte Kiel und Neumünster).
- Bezirksverband Süd umfasst
- den Kreisverband West (Kreise Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg),
- den Kreisverband Ost (Kreise Segeberg, Plön und Ostholstein) sowie
- den Kreisverband Süd (Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg, Hansestadt Lübeck).
Mit dieser neuen Struktur erhofft sich der VdK Nord, Zuständigkeiten klarer zu fassen und den Verband im ehrenamtlichen Bereich insgesamt sicher aufzustellen.
Zum Abschluss der Landesverbandskonferenz begrüßte Vorsitzende Regina Bunge die Flensburger Zeitungsverlegerin und VdK-Mitglied Simone Lange. In ihrem Vortrag ging sie der Frage nach: „Was passiert, wenn es keine Lokalzeitungen mehr gibt?“ – und regte damit zum Nachdenken über die Bedeutung lokaler Berichterstattung für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt an. Mit diesem Blick über den Tellerrand endete eine Konferenz, die den VdK Nord organisatorisch wie thematisch klar auf Zukunftskurs brachte.










