Altersgerechte Wohnungen: VdK drängt auf Lösungen
Viele Senioren finden keine altersgerechten Wohnungen mehr, die sie von ihrer Rente bezahlen können – und ein bedarfsgerechter Umbau der eigenen vier Wände wird ihnen zusätzlich erschwert. Der VdK drängt auf Lösungen.

Fördermittel gekürzt
In Deutschland fehlt es zunehmend an Wohnraum. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 2012 gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt – 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Wie viele davon barrierefrei gebaut wurden, lässt sich nicht ermitteln. Fest steht jedoch: Mit einer älter werdenden Bevölkerung steigt der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum von Jahr zu Jahr.
Die Zahl der Menschen ab 67 Jahren ist laut Destatis zwischen 1990 und 2025 um 64 Prozent von 10,4 auf 17 Millionen gestiegen. Bis Ende der 2030er-Jahre wird sie voraussichtlich um weitere vier bis fünf Millionen auf mindestens 20,5 Millionen anwachsen. Auf diese Entwicklung ist der Wohnungsmarkt nicht vorbereitet. Eine Studie des Pestel-Instituts geht davon aus, dass bis zum Jahr 2040 drei bis vier Millionen Rentnerinnen und Rentner eine barrierefreie und altersgerechte Wohnung benötigen. Bereits heute fehlen nach Angaben des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen rund 2,5 Millionen barrierefreie Wohnungen.
Gleichzeitig wird es für ältere Menschen schwieriger, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben. Denn das KfWkurz fürKreditanstalt für Wiederaufbau-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ steht faktisch vor dem Aus. Geplant ist eine drastische Kürzung der Mittel von 50 Millionen Euro im Jahr 2026 auf sechs Millionen Euro 2027 und auf 1,5 Millionen Euro im Jahr 2028.
Was der VdK fordert
Der Sozialverband VdK hält eine verlässliche Förderung für notwendig, um vorzeitige Umzüge oder kostspielige Pflegeheimaufenthalte zu vermeiden. Noch 2025 hatte sich der VdK erfolgreich gegen die Einstellung des Programms eingesetzt. Denn der Bedarf ist hoch und liegt schon jetzt weit über dem Fördervolumen. Das zeigt sich daran, dass die seit April für 2026 bereitgestellten 50 Millionen Euro bereits Ende Juli ausgeschöpft waren.
Auch wenn die Mittel des Bundesbauministeriums für den sozialen Wohnungsbau und die Städtebauförderung im Jahr 2027 aufgestockt werden sollen, sind für das KfWkurz fürKreditanstalt für Wiederaufbau-Programm bislang nur geringe Beträge vorgesehen. Aus Sicht des VdK ist das ein Fehler. Die zusätzlichen Milliarden für den Wohnungsbau müssten deutlich stärker für Barrierefreiheit genutzt werden. „Barrierefreier Wohnraum ist eine zentrale Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben im Alter“, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele.
Für viele Rentnerinnen und Rentner ist der Umzug in eine der wenigen verfügbaren barrierefreien Wohnungen keine realistische Option – vor allem wegen der hohen Mieten. Rund 19,5 Prozent sind armutsgefährdet. Viele sind auf Wohngeld angewiesen, um die gestiegenen Mieten in ihren aktuellen Wohnungen bezahlen zu können. Laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) ist etwa die Hälfte der Wohngeldbeziehenden im Rentenalter. Die geplante Kürzung des Wohngelds würde laut BAG W dazu führen, dass rund ein Drittel der Leistungsberechtigten den Anspruch vollständig verliert.
Für VdK-Präsidentin Bentele steht daher fest: „Die Wohnraumkrise ist schon jetzt eine Sozialstaatskrise. Deshalb brauchen wir dringend spürbare Anstrengungen im sozialen Wohnungsbau, damit bezahlbarer Wohnraum entsteht, der von Anfang an barrierefrei geplant wird.“