Für verlässliche Pflege

Ob zu Hause oder im Pflegeheim: Der Sozialverband VdK Nord setzt sich für eine verlässliche, bedarfsgerechte und für alle zugängliche Pflege ein.

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Unsere Positionen

  1. Pflegen darf nicht krank und arm machen

    Pflegende Angehörige müssen stärker entlastet und unterstützt werden – mit Fokus auf junge Pflegende, pflegende Erwerbstätige und Eltern pflegebedürftiger Kinder.

    Pflegende Angehörige tragen den größten Teil der Versorgung und sichern damit die Funktionsfähigkeit des Pflegesystems. Gleichzeitig geraten viele durch die fehlende Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf an ihre Belastungsgrenzen. Schleswig-Holstein muss deshalb Beratungs-, Entlastungs- und Unterstützungsangebote ausbauen und sich auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Rentenansprüche pflegender Angehöriger nicht weiter geschwächt, sondern gestärkt werden und Pflege weder zu Altersarmut noch zu finanzieller Benachteiligung führt. Zudem müssen die bislang von Pflegebedürftigen zu tragenden Investitionskosten stationärer Pflegeeinrichtungen vom Land übernommen werden, um pflegebedingter Armut wirksam entgegenzuwirken.

  2. Prävention gesetzlich stärken

    Präventive Hausbesuche müssen verbindlich im Sozialgesetzbuch verankert und das betriebliche Gesundheitsmanagement mit Blick auf den demografischen Wandel weiter gestärkt werden. 

    Pflege beginnt nicht erst mit einer anerkannten Pflegebedürftigkeit. Frühzeitige Beratung und Prävention helfen dabei, Selbstständigkeit zu erhalten und Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern. Gleichzeitig muss Gesundheitsförderung bereits im Erwerbsleben ansetzen, damit Menschen gesund älter werden und möglichst lange selbstbestimmt leben können.

  3. Pflege vor Ort ermöglichen

    Die Pflege muss wohnortnah organisiert werden, wofür eine bedarfsgerechte Pflegeinfrastruktur sowie der Ausbau quartiersbezogener Versorgungsstrukturen einschließlich Pflegestützpunkte erforderlich sind. 

    Menschen möchten auch bei Pflegebedürftigkeit möglichst lange in ihrem vertrauten Lebensumfeld bleiben. Dazu gehört nicht nur die eigene Häuslichkeit, sondern auch die Nähe zu Familie, Freundeskreis und sozialen Netzwerken. Dafür braucht es wohnortnahe Pflegeangebote, kurze Wege und eine verlässliche Pflegeinfrastruktur. Der Ausbau wohnortnaher Kurzzeitpflegeplätze sowie ambulanter und teilstationärer Pflegeangebote muss deshalb konsequent vorangetrieben werden. Fehlende Unterstützungsangebote dürfen nicht dazu führen, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen auf notwendige Hilfe verzichten oder ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen. Auch nachbarschaftliche Unterstützung muss einfacher ermöglicht und gestärkt werden. Der Entlastungsbetrag sollte unbürokratisch für Hilfeleistungen aus der Nachbarschaft – etwa bei Einkäufen, im Haushalt oder zur sozialen Begleitung – genutzt werden können. Der verpflichtende Qualifizierungskurs für anerkannte Nachbarschaftshilfen ist als Voraussetzung abzuschaffen.

  4. Pflegebegutachtung verbessern

    Die Pflegebegutachtung muss die tatsächliche Lebensrealität pflegebedürftiger Menschen besser abbilden. 

    Die Erfahrungen aus der Sozialrechtsberatung des VdK Nord zeigen, dass sich viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in den Gutachten des Medizinischen Dienstes nicht wiederfinden. Insbesondere psychische und kognitive Einschränkungen sowie die tatsächlichen Belastungen im Alltag werden häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Deshalb müssen die Begutachtungspraxis und die Qualifizierung der Gutachter weiter verbessert werden. Ziel muss eine einheitliche, lebensnahe und faire Begutachtung sein, die den individuellen Unterstützungsbedarf realistisch erfasst und eine gerechte Leistungsgewährung ermöglicht.

  5. Digitale Orientierung in der Pflege schaffen

    Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen schnell und unkompliziert die passende Unterstützung finden können. 

    Das Land sollte eine zentrale digitale Pflegeplattform schaffen, die freie Kapazitäten ambulanter, teilstationärer und stationärer Pflegeangebote transparent darstellt und gleichzeitig einen niedrigschwelligen Überblick über Beratungs-, Entlastungs- und Unterstützungsangebote bietet. Wer plötzlich mit Pflege konfrontiert wird, darf nicht im Dickicht unterschiedlicher Zuständigkeiten und unübersichtlicher Angebote allein gelassen werden. Transparenz und eine einfache Orientierung sind wichtige Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte Versorgung.

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