Kategorie Behinderung

GdB-Antrag: Austausch über kürzere Wege

Viele Mitglieder müssen lange warten, bis ihr Antrag auf Feststellung einer Schwerbehinderung bearbeitet ist. Der VdK Nord hat deswegen das Gespräch mit dem Landesamt für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit (LASG) gesucht.

Konstruktiver Austausch in Kiel: Mathias Großmann, Ronald Manzke und Christoph Münster. © Jelowik

GdB: Fünf bis zehn Monate für den Bescheid

Bei den vier für diese Anträge zuständigen Landesämtern in Schleswig-Holstein gingen allein im vergangenen Jahr 65.000 Neuanträge ein. Die Zahl steigt, gleichzeitig ist der Personalschlüssel haushaltspolitisch knapp bemessen. Darauf wies LASG-Direktor Mathias Großmann hin. Hinzu kommen noch fehlende digitale Schnittstellen. Die Folge sind lange Bearbeitungszeiten: Bei Neuanträgen warten Antragsteller derzeit durchschnittlich zwischen fünf Monaten in Lübeck und zehn Monaten in Heide auf ihren Bescheid.

Wege für schnellere Bearbeitungszeiten erörtert

Zumindest an einigen Stellen soll es künftig schneller gehen. Christoph Münster, Abteilungsleiter beim LASG, kündigte an, dass Anträge ab Januar 2027 online eingereicht werden können. Die Unterlagen müssen dann also nicht mehr ausgedruckt und per Post verschickt werden. Auch das Foto für den Schwerbehindertenausweis soll sich demnächst wieder digital hochladen lassen.

Um die Verfahren weiter zu beschleunigen, sprach Ronald Manzke mit den LASG-Vertretern darüber, wie sich die Schwere von
Einschränkungen bei bestimmten Erkrankungen schneller und genauer erfassen lässt. Bei ME/CFS zum Beispiel könnten bereits etablierte Bell-Scores wichtige Anhaltspunkte für die Einschätzung des GdBkurz fürGrad der Behinderung liefern. Die LASG-Vertreter zeigten sich für diesen Ansatz offen. Beide Seiten wollen nun gemeinsam prüfen, wie sich daraus praxistaugliche Lösungen entwickeln lassen, und im Austausch bleiben.

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